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'Die Atriden' von Aischylos

100 Personen spielen antikes Theater

Das Theaterstück

Ein Vater, Agamemnon, Feldherr der Griechen, opfert seine Tochter Iphigenie, um in den Krieg gegen Troja zu ziehen. Siegreich aus dem Krieg heimgekehrt nimmt die Mutter Klytaimestra rache und tötet ihren Mann. Etliche Jahre später nimmt Orest, der gemeinsame Sohn Agamemnons und Klytaimestras, von Apoll beauftragt wiederum Rache und tötet seine Mutter. von Rachegeistern verfolgt wird er daraufhin wahnsinnig. er sucht Schutz und Hilfe bei Apoll und Athene. Letztere beauftragt ein Gericht vonGeschworenen das Urteil zu fällen. Mit einer Stimme Mehrheit, der von Aathene, wird Orest freigesprochen.

Eine Gruppe von 90 Leuten aus 14 verschiedenen Herkunftsländern hat sich zusammengefunden und probt seit Anfang September die Orestie des Aischylos. Die Teilnehmer sind selbst überrascht, dass tatsächlich so viele zusammengekommen sind und dass das gemeinsame Theaterspielen so gut funktioniert! Die Spieler freuen sich über die Begegnung mit so vielen unterschiedlichen Menschen. Nach einer kurzen Kennenlern-Phase wurde mit der TextArbeit begonnen. Bei der Komplexität des Stücks und den ungewohnten Wortfolgen der antiken Tragödie, eine schwierige Aufgabe.

Zuschauerreaktionen;

"Das war eine tolle TheaterPremiere für mich alten Theater-Narren. Eine Trilogie aus einem Guss und ohne verkrampfte Aufgesetztheiten. Kein Durchhänger in der ganzen chorischen Nacherzählung in Worten und Lauten und Klängen und Gesten und Positionen und Aktionen der Theatergemeinschaft auf der Spielfläche. Dabei zu sein war für mich ein neues Verhältnis zu Theater und Epos; da wurde nicht etwas von SCHAU-Spielern für konsumierende ZU-Schauer aufgeführt, sondern das Theater war die Geschichte und ihre Umsetzung in einer großen vielfältigen Truppe, der der Gast beiwohnen durfte.
 - K.T. K. ,29. März 2008

Es war schon ein Wunder, die große Gruppe der Darsteller und Darstellerinnen zu einer geschlossenen Einheit, zu einem Ensemble werden zu lassen. Diese Lebendigkeit und Leichtigkeit, dieses Tempo und dieses laute und stille Mitteilen, das disziplinierte Darstellen verschiedenster Momente, es faszinierte. Eine enorme Aktivität belebte die Darstellung. Auch wenn Schweigen und Stillhalten anstand, waren diese Momente nicht als passives Verhalten wahrzunehmen, sondern wirkten mehr wie ein aktives Verharren. Und dann diese Freude am Spiel, die sich in Mimik und Gestik zeigte, aber nie die Größe der Aussage der Dichtung, die auf Gewalt, Intrigen, aber auch Rechtsprechung und Liebe gründete, zudeckte oder auch nur zu kurz kommen ließ. So war immer hinter der lebendigen Leichtigkeit eine eindringliche Ernsthaftigkeit zu spüren. Nicht zu verkennen war, dass dem Gelingen der Aufführung eine enorme Leistung, viel Arbeit und Einsatz vorausging. Alle Achtung!! Großartig!!" - H. B., 7. April 2008

"Supertoll. Gespielt wie die Profis. So viele Menschen und trotzdem klar, mit Schwung und großem Gefühl. Einfach klasse. Ich kann kaum glauben, das dies alles Laien gewesen sind." - H.B. 4.4.08

"Ich bin begeistert, mit so wenig Mitteln, ganz wunderbares, anspruchsvolles Theater sichtbar gemacht." - B. 5.4.08

"Es braucht solche TheaterArbeit für alle, solches Spiel mit Ernst und Freude." - L. W. 5.4.08

Presseecho:

07.03.2008 Darmstädter Echo | » Reichtum der Verschiedenheit
07.03.2008 FAZ | » Die Antike ist nicht weit
22.03.2008 Frankfurter Rundschau | » 90 Laien auf der Theaterbühne
31.03.2008 Darmstädter Echo | » Chöre für die Hirschkuh
31.03.2008 Frankfurter Rundschau | » Kreislauf der Gewalt

O-Töne der Teilnehmer_innen:

"am besten gefällt mir die Improvisation, weil man dort gar nicht immer weiß, was passiert, wie die anderen reagieren und was die anderen machen und dann kommt immer was ganz Spannendes raus, finde ich. "

"überrascht hat mich, dass so viele Leute hier sind und dass jeder doch so offen ist, das hatte ich nicht erwartet, dass man, obwohl keiner sich kennt, sich so schnell so nahe kommen kann durch das Theater."

"ich finde es auch toll, dass die Leute die das hier leiten, es schaffen Leute mit so verschiedenen Charakteren unter einen Hut zu bringen, das find ich super."

"als ich zur Gruppe kam wollte ich nicht schauspielern, ich wollte Technik machen und es wurden allerdings jungs benötigt. Deswegen war es für die leitung ganz klar, dass ich natürlich mitspiele und tatsächlich bin ich jetzt dabei und kämpfe und das ist das Überraschendste wie ich finde."

"am meisten Spaß macht mir die Gemeinschaft dass wirklich ohne Vorbehalte jeder der kommt herzlich aufgenommen wird. Es gibt keine sticheleien oder so, das finde ich großartig. also wenn jeder ein bisschen beiträgt, dann wird das ein großes Projekt."

Projektinfos

Termine

Premiere:
war am 28. März 08
weitere Aufführungen:
29./30. März 08
03./04./05. April 08

Premiere der Filmdokumentation:
 18. Mai 2008  Rex-Kino, Darmstadt
mit Vergabe des 'Kompetenz-Nachweis Kultur'
an 28 jugendliche Teilnehmer des Projekts.

 Team

Projektleitung:
Ingrid Pickel, Regisseurin u. Theatertherapeutin

Regie:
Nicole Amsbeck, Theater-Pädagogin u. Capoeirista (theater transit)
Christoph Becker, Musiker u. Musiktherapeut
Patrick Erni, Choreograf u. Theaterpädagoge
Claudia Limberg, Musikerin, Musikpädagogin
Ingrid Pickel, Regisseurin u. Theatertherapeutin
Ulrich Sommer, Schauspieler u. Dozent für Sprecherziehung (Neue Bühne Darmstadt)

Assistenten:
Vera Hüffermann, Elisabeth Lawonn, Ralf Müller, Kai Schuber,
Tatjana Siegel, Myria Sprenger

Öffentlichkeitsarbeit:
Anne Gorath / Susanne Triebel

Bühne/Videoprojektionen:
Nikolaus Heyduck

Lichtdesign:
Karla Leisen

Kostümbildnerin:
Sabine Schneider

Dokumentarfilm:
Angelina Dalinger

Teilnehmer_innen

90 Menschen im Alter von 14-70 Jahren aus folgenden Herkunftsländern:
Türkei, Pakistan, Ghana, Algerien, Kolumbien, Italien, Griechenland, Polen, Frankreich, China und Deutschland

44 Schüler und Schülerinnen von folgenden Schulen aus Darmstadt:
Bernhard-Sdelung-Schule,
Berthold-Brecht-Schule,
Edith-Stein-Schule,
Erasmus-Kittler-Schule,
Freie Waldorfschule, Gutenbergschule,
Mornewegschule, Lichtenbergschule,
Peter-Behrens-Schule,
Schulzentrum Marienhöhe,
Stadtteilschule Arheilgen, Viktoriaschule,
Heinrich-Emanuel-Merck-Schule.

und der Umgebung:
Georg-Christoph-Lichtenberg-Schule / Ober-Ramstadt,
Schuldorf Bergstrasse,
Max-Plank Realschule / Groß-Umstadt,
Gutenbergschule / Frankfurt.

 Schirmherrschaft:

Brigitte Zypries, Bundesjustizministerin, mdb